Die Wirtschaftskammer Baselland und die Standortförderung Baselland haben im Herbst 2025 eine gemeinsame Befragung bei den Baselbieter Unternehmen durchgeführt. Ziel war es, die Wahrnehmung und die Bedürfnisse der Unternehmen im Umgang mit den digitalen Dienstleistungen des Kantons zu erfassen – und damit eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Verwaltungsservices zu schaffen.
Die Rückmeldungen sind eindeutig: Die digitale Transformation der Verwaltung wird von den Unternehmen begrüsst und als dringend notwendig erachtet, gleichzeitig besteht in vielen Bereichen Handlungsbedarf. Digitale Angebote sollen einfacher, integrierter und konsequent nutzerorientiert werden. Besonders KMU leiden unter zeitaufwändigen und nicht auf die Nutzer ausgerichteten Prozessen sowie Medienbrüchen, was auch ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.

Ein Teil der Unternehmen fordert vollständig digitale, medienbruchfreie Abläufe sowie eine einheitliche Benutzeroberfläche/Plattform. Zentrale Anliegen sind die Einführung eines einfachen Single-Sign-On, die Umsetzung des Once-Only-Prinzips (keine redundante Dateneingabe), die zentrale Datenhaltung und verbesserte Auffindbarkeit von Informationen. Gleichzeitig wird an Transparenz über die Datenverwendung und den verlässlichen Schutz der Daten appelliert.

Die Antworten zeigen, dass analoge Prozesse bei den Unternehmen zu Kosten, Zeitverlusten und Wettbewerbsnachteilen – insbesondere durch wiederholte Dateneingaben, Post-/Druckaufwand und eingeschränkte Erreichbarkeit der Behörden (Stichwort Bürozeiten) führen.
72 Prozent der Unternehmen vertrauen den digitalen Diensten des Kantons grundsätzlich, doch Datenschutz, Datensicherheit und Transparenz sind entscheidend für die weitere Akzeptanz.
Zusammenfassend zeigt die Befragung, dass eine konsequent nutzerorientierte, durchgängige und strategisch abgestützte Digitalisierung resp. digitale Transformation nicht nur wünschenswert ist, sondern für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der KMU und des Standorts Baselland sowie für das Vertrauen in die Verwaltung unabdingbar ist.
Die Verwaltung soll die digitale Transformation auch als strategisches Standort- und Wirtschaftsthema verstehen und positionieren. So wird sichergestellt, dass die entsprechenden Unternehmensservices mit Fokus auf die Bedürfnisse der KMU und deren Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich überprüft und an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst werden.
Hintergrund: Die digitale Transformation kommt in Fahrt
Dass die digitale Transformation im Kanton Basel-Landschaft Fahrt aufgenommen hat, zeigen unzählige Beispiele von bereits umgesetzten Projekten. Das BL-Konto stellt ein persönliches elektronisches Konto für die Kundinnen und Kunden der Verwaltung zur Verfügung. Die Digitalisierung der Behördengänge ermöglicht den unkomplizierten und zeitlich unabhängigen Zugang zu unterdessen knapp 50 Leistungen der Verwaltung. Auch Unternehmungen können heute schon von digitalen Dienstleistungen profitieren, zum Beispiel mit einer Archivrecherche zu Baugesuchen im Staatsarchiv oder der Bestellung von Grundbuch- oder Handelsamtsregisterauszügen. Im Frühjahr 2025 wurde ein neuer digitaler Service im Bauinspektorat, das BIT Kundenportal, gestartet. Mit diesem Service wurde der bisherige Papierversand der Baubewilligung, Rechnung und Unterlagen vollständig ersetzt.
Die digitale Transformation ist ein zentrales strategisches Vorhaben des Kantons und ein fortlaufender Prozess, der die kantonale Verwaltung dauerhaft begleitet und prägt. Im Jahr 2025 wurde deshalb eine neue Strategie zur digitalen Transformation im Kanton Basel-Landschaft entwickelt, welche im Januar 2026 vom Regierungsrat bewilligt wurde. Die digitale Transformation steht für eine konsequente Ausrichtung auf den Nutzen für Bevölkerung, Unternehmen und Mitarbeitende – und für einen Kulturwandel hin zu mehr Offenheit, Kooperation und Lernbereitschaft. Der Kanton Basel-Landschaft nutzt diesen Wandel aktiv, um seine Verwaltung zukunftsfähig aufzustellen: einfacher, vernetzter, serviceorientierter.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Standortförderung Baselland und die Wirtschaftskammer Baselland werden gemeinsam eine Anwendergruppe mit Unternehmen aufbauen. Auch das KMU-Forum Baselland ist aktiv am Aufbau und den darauffolgenden Arbeiten beteiligt. Ein Hauptziel wird es sein, im direkten Gespräch bei den Unternehmungen Ideen für Anpassungen und Verbesserungen der digitalen Angebote zu sammeln. So sollen zusammen mit den Prozessverantwortlichen konkrete Verbesserungen erarbeitet werden. Diese Ideen werden dann im Rahmen des Prozesses der digitalen Transformation geprüft und priorisiert.
Wichtiger Hinweis zur Umfrage
An der Befragung nahmen 48 Unternehmen teil. Sie ist damit nicht repräsentativ, hat aber wertvolle Rückmeldungen für die weitere Gestaltung der digitalen Transformation der kantonalen Verwaltung geliefert. Sie bilden eine solide Grundlage für die nächsten Schritte in der digitalen Transformation.
Kontakt:
Michael Köhn, stv. Direktor Wirtschaftskammer Baselland (+41 61 927 65 40, [email protected])
Thomas Stocker, Standortförderung Baselland (+41 61 552 91 49, [email protected])